Die Beziehung von Arquid zu Deutschland hat sich in den letzten Jahren durch die Projekte, die sie für Kunden mit Sitz in diesem Land entwickelt haben, gefestigt, und derzeit verfügen sie über ein kleines Team in Berlin. Im folgenden Gespräch mit Begoña Soto, Partnerin und Kreativdirektorin von Arquid, sprechen wir über das Unternehmen und seine Aufgabe in Deutschland, die Bedeutung der Präsenz im Land und die hohen Standards, die es fördert.
(F) ¿Wie haben Sie die Kammer kennengelernt und wann haben Sie sich entschieden, Mitglied zu werden?
Unsere Beziehung zu Deutschland ist auf natürliche Weise durch die Projekte entstanden, die wir über viele Jahre für Industrie- und Baukunden mit Präsenz im Land entwickelt haben. Mit dem Wachstum unserer Tätigkeit in Deutschland hat sich auch unsere Beziehung zum dortigen Unternehmensumfeld und zur Arbeitsweise des deutschen Marktes vertieft.
In diesem Kontext erschien uns die Spanische Handelskammer in Deutschland als ein sehr naheliegender Treffpunkt. Für uns war es wichtig, Teil der spanischen Unternehmensgemeinschaft in Deutschland zu sein – nicht nur, um unsere beruflichen Beziehungen weiter zu stärken, sondern auch, um die Erfahrungen und das Wissen zu teilen, die wir nach so vielen Jahren der Tätigkeit im Land gesammelt haben.
Wir haben uns für eine Mitgliedschaft entschieden, als wir erkannten, dass die Kammer eine ideale Plattform ist, um langfristige Beziehungen zwischen spanischen und deutschen Unternehmen aufzubauen, Wissen auszutauschen und unsere Expertise in Bereichen wie Industrie, Bauwesen und der Entwicklung internationaler Projekte einzubringen.
(P) Was ist die Tätigkeit von Arquid?
Arquid ist ein Boutique-Architekturbüro, das sich auf komplexe Bauprojekte spezialisiert hat, bei denen Design und Management Hand in Hand gehen.
Wir arbeiten an hochwertigen Unternehmens-, Industrie-, Dienstleistungs- und Wohnprojekten mit einem Ansatz, der Architektur, Ingenieurwesen und Projektmanagement von Anfang an integriert. Unser Ziel ist es nicht nur, Räume zu entwerfen, sondern auch Prozesse zu strukturieren, die es ermöglichen, diese Räume mit hoher Qualität, Kostenkontrolle und strategischer Kohärenz zu realisieren.
Arquid hat seinen Ursprung in der Architektur, entwickelt sich jedoch zu einem ganzheitlichen Modell weiter, in dem Design und Umsetzung untrennbar miteinander verbunden sind.
(F) Arquid ist in die Struktur von Group-IPS integriert. Welche Vorteile bringt diese Integration auf methodischer Ebene und bei der Projektentwicklung?
Die Integration in Group IPS verschafft uns eine sehr solide methodische Struktur. Group IPS ist ein internationales Unternehmen, das auf Engineering, EPCM und industrielle Strategieberatung spezialisiert ist. Das bedeutet, dass Arquid nicht isoliert arbeitet, sondern innerhalb eines technischen Ökosystems, das Projektmanagement, multidisziplinäres Engineering, Nachhaltigkeit, Supply Chain und strategische Beratung umfasst.
Methodisch führt dies zu strukturierten Prozessen zur Kontrolle von Leistungsumfang, Zeitplan und Budget, zu einem fortgeschrittenen Risikomanagement bereits in frühen Projektphasen, zu einer echten Integration zwischen architektonischem Entwurf und technischer Planung sowie zur Fähigkeit, Projekte großer Komplexität nach internationalen Standards umzusetzen.
Für den Kunden bedeutet dies mehr Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Umsetzungskraft.
(F) Arquid zeichnet sich durch die Anwendung einer sehr umfassenden Project-Management-Methode als Mehrwert aus. Wie zeigt sich das im Projektalltag?
Es zeigt sich vor allem in Disziplin. Von Anfang an definieren wir klar den Leistungsumfang, die Deliverables, Verantwortlichkeiten und Qualitätskriterien. Wir arbeiten mit detaillierten Zeitplänen, klaren Meilensteinen und einer kontinuierlichen Überwachung möglicher Abweichungen.
Im Alltag spiegelt sich dies in einer sehr strukturierten Arbeitsweise wider: Meetings mit klar definierten Zielen, vollständig nachvollziehbare Dokumentation, Budgetkontrolle in Echtzeit, vorausschauendes Risikomanagement und eine aktive Koordination zwischen allen beteiligten Disziplinen.
Wir lassen ein Projekt nicht einfach „geschehen“ – wir steuern es aktiv.
(F) Welche Projekte entwickelt ARQUID derzeit in Deutschland? Gibt es einen Sektor oder Ansatz, der besonders wächst?
In Deutschland entwickeln wir derzeit vor allem Projekte im Bereich Industrie- und Unternehmensbau, in denen die technischen Anforderungen hoch sind und eine präzise Planung entscheidend ist.
Wir beobachten ein klares Wachstum in Bereichen wie Nachhaltigkeits- und Energiewendeprojekten, hochwertigen Industrieflächen sowie technischen Sanierungen mit hohen regulatorischen Anforderungen.
Deutschland ist ein sehr strukturierter Markt mit großer Sensibilität für Bauqualität und Energieeffizienz – Aspekte, die sehr gut zu unserer Methodik passen.
(F) Sie verfügen über ein Büro in Berlin. Welche Vorteile bringt diese physische Präsenz in Deutschland und wie beeinflusst sie die Beziehung zu deutschen Kunden?
Die physische Präsenz ist entscheidend. In Deutschland sind Nähe, Verlässlichkeit und langfristiges Engagement von großer Bedeutung. Ein Büro und ein Team in Berlin ermöglichen es uns, den lokalen regulatorischen Kontext besser zu verstehen, direkt mit Behörden und Partnern zu arbeiten, Kunden schnell zu begleiten und uns an die deutsche Unternehmenskultur anzupassen.
Zudem vermittelt dies ein echtes Engagement für das Land und keinen opportunistischen Ansatz.
(F) Aus Ihrer Erfahrung: Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Architekturprojekten in Deutschland und in Spanien?
Deutschland zeichnet sich durch eine größere dokumentarische Genauigkeit, stärker strukturierte und eingehaltene Planungen, eine sehr strenge Kultur der Normerfüllung, ein hohes technisches Niveau aller Beteiligten und eine sehr hohe Bauqualität aus. Spanien wiederum bringt mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit mit.
In beiden Umfeldern zu arbeiten zwingt uns dazu, deutsche Präzision mit mediterraner Kreativität und Agilität zu verbinden. Genau diese Kombination ist eine unserer Stärken.
(F) Deutschland stellt hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Wie werden diese Standards in den Projekten von ARQUID integriert?
Nachhaltigkeit verstehen wir nicht als zusätzlichen Anspruch, sondern als strukturelle Ebene eines Projekts. Wir integrieren energetische Analysen bereits in der Konzeptphase, optimieren Gebäudehüllen und Systeme, koordinieren uns mit den Ingenieurteams zur Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz und setzen auf verantwortungsvolle und langlebige Materialien.
Als Teil von Group IPS verfügen wir zudem über technische Kompetenzen im Bereich industrieller Nachhaltigkeit und Klimarisikoanalyse. Dadurch können wir über reine Normerfüllung hinausgehen und eine strategischere Perspektive einbringen.
(F) Da ARQUID Büros in Madrid und Barcelona hat, entstehen kreative oder technische Synergien zwischen Spanien und Deutschland?
Ja, und zwar kontinuierlich. Madrid und Barcelona bringen kreative Vielfalt, architektonische Sensibilität und Erfahrung in der Sanierung sowie in komplexen urbanen Projekten ein. Deutschland bringt technisches Know-how und eine sehr fortschrittliche methodische Struktur ein. Der Austausch zwischen den Teams bereichert die Projekte und hebt das allgemeine Qualitätsniveau. Wir arbeiten als Netzwerk und nicht als voneinander unabhängige Büros.
(F) Haben Sie neben Ihrer beruflichen Tätigkeit auch eine persönliche Beziehung zu Deutschland?
Meine Beziehung zu Deutschland begann bereits während des Studiums. Damals entdeckte ich eine Architektur, die Denken, Präzision und Verantwortung miteinander verbindet – und das weckte eine intellektuelle Neugier, die mich bis heute begleitet. Tatsächlich beschäftigt sich meine Doktorarbeit – die sich derzeit noch in Arbeit befindet – mit dem Werk eines großen deutschen Architekten, dessen Verständnis von Raum, Technik und Berufsethik meine eigene Art zu entwerfen stark beeinflusst hat.
Mit der Zeit wurde aus dieser akademischen Bewunderung eine reale und direkte berufliche Beziehung. Die Zusammenarbeit mit deutschen Teams war für mich äußerst bereichernd: Ich habe gelernt, Präzision, sorgfältige Planung und das konsequente Streben nach technischer Exzellenz und Normkonformität noch stärker zu schätzen.
Über das Berufliche hinaus steht Deutschland für mich für einen Ort, an dem Architektur und Ingenieurwesen als Disziplinen mit einer starken gesellschaftlichen Verantwortung verstanden werden – wo Bauen nicht nur Ausführung bedeutet, sondern auch ein Engagement gegenüber Gesellschaft und Umwelt. Dieses Verständnis unseres Berufs deckt sich vollständig mit meinen eigenen Werten und mit der Vision, die wir bei Arquid verfolgen.